Mittwoch, 11. Oktober 2017

Verschärfung der Anforderungen an die Offenlegung von Jahresabschlüssen


Um den gesetzlichen Offenlegungsanforderungen zu genügen war es bisher ausreichend, den Jahresabschluss innerhalb eines Jahres nach dem Abschlussstichtag beim Betreiber des Bundesanzeigers elektronisch einzureichen. 

Die Feststellung des Jahresabschlusses war nicht zwingender Bestandteil der Offenlegungsunterlagen zur Wahrung der Jahresfrist. In der Praxis war deshalb häufig eine stufenweise Offenlegung üblich, bei der zunächst nur der nicht festgestellte Jahresabschluss eingereicht wurde, um die Frist zu wahren. Bei prüfungspflichtigen Gesellschaften war es zudem bisher zulässig, den Bestätigungsvermerk bzw. Versagungsvermerk nach Ablauf der Jahresfrist nachzureichen. 

Spätestens im Jahresabschluss zum 31.12.2016 ist das Bilanzrichtlinie-Umsetzungsgesetz (BilRUG) anzuwenden. Die Neuregelungen durch das BilRUG betreffen dabei nicht nur die Aufstellung und Prüfung von Jahresabschlüssen, sondern auch deren Offenlegung.  

Nach dem neugefassten § 325 HGB ist zwingend der festgestellte Jahresabschluss offenzulegen. Eine fristwahrende Offenlegung vor Feststellung ist daher nicht mehr möglich. Das Nachreichen der Feststellung führt somit nicht mehr zu einer Heilung der Fristverletzung. 

Bei prüfungspflichtigen Gesellschaften muss zudem der Bestätigungsvermerk bzw. Versagungsvermerk ebenfalls zwingend innerhalb der Jahresfrist beim Betreiber des Bundesanzeigers elektronisch eingereicht werden.  

Sollte gegen die Vorschriften verstoßen werden, birgt dies das Risiko der Festsetzung von Buß- oder Ordnungsgeldern, § 335 HGB.

Sprechen Sie uns gerne an.

Ansprechpartner:
Dipl.-Kaufmann Dirk Bottner
Wirtschaftsprüfer / Steuerberater
E-Mail: bottner(at)m-treuhand.de oder bottner(at)wikom-ag.de